Trotz guter Ausbildung und erstklassiger Abschlüsse besetzen Frauen laut der Studie "Frauen und Männer in Entscheidungspositionen 2007" der EU-Kommission im gehobenen Management europaweit heute gerade einmal zehn Prozent aller Führungspositionen. Auch E.ON macht da keine Ausnahme. Zwar sind rund 27 Prozent aller E.ON-Mitarbeiter weiblich, jedoch sind nur rund elf Prozent der Positionen im "Senior Management" (oberen Management) mit weiblichen Führungskräften besetzt. In den Aufsichtsräten und Vorständen sinkt der Anteil von Frauen sogar auf unter vier Prozent – ungenutztes Potenzial für Gesellschaft, Wirtschaft und das eigene Unternehmen, das sich auch E.ON entgehen lässt.
E.ON hat die Zeichen der Zeit erkannt und zeigt deutliche Veränderungsbereitschaft. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen soll mittelfristig verdoppelt werden. Bis zum Jahr 2010 sollen bei der Neubesetzung von Senior-Management-Stellen zu 20 Prozent Frauen berücksichtigt werden.Die Idee für ein Netzwerk für Ingenieurinnen bei E.ON hatte Katrin Weißenborn, leitende Sicherheitsingenieurin bei E.ON Kraftwerke GmbH und Dipl.-Ing. Chemietechnik, im März 2006. "Es geht mir nicht um Emanzipation, es geht um Diversity Management. Wir alle können uns nur verbessern, wenn wir neue Herangehensweisen und Methoden kennenlernen", ist sich Weißenborn sicher. Der erste IngE-Workshop fand im März 2007 bei E.ON Kernkraft/Kraftwerke in Hannover statt. Nur drei Jahre nach dem Start hat sich das Netzwerk bereits zu einer von Ingenieurinnen gefragten Institution entwickelt. Academy Online, die Internetplattform des E.ON-internen Weiterbildungsanbieters dient dem Ingenieurinnen-Netzwerk als Kommunikationszentrum – hier werden Nachrichten und Termine eingestellt und Literatur empfohlen. Auch bei Netzwerk-Treffen, Workshops oder auf Messen können sich die Teilnehmerinnen austauschen, unterstützen und motivieren.
Die Themen "Karrierechancen von Frauen in technischen Berufen", "Coaching und Mentoring"‚ "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" und "Corporate Responsibility-Projekte für Mädchen und junge Frauen" stehen dabei im Fokus.
IngE nutzt bewusst die Kontakte jüngerer Kolleginnen zu Universitäten, um E.ON dort als Arbeitgebermarke zu stärken, Studien- und Diplomarbeiten zu vermitteln und vor Ort Absolventinnen zu werben.
Abiturientinnen werden von erfahrenen Ingenieurinnen beraten und mit den verschiedenen Berufsbildern im technischen Bereich vertraut gemacht. Selbst an Kindergärten und Grundschulen ins IngE aktiv: Dort gestalten und begleiten die E.ON-Ingenieurinnen Projekte, die Mädchen an naturwissenschaftliche und technische Themen heranführen.
Unterstützung bekommen die IngEs von oberster Stelle. E.ON-Personalvorstand Christoph Dänzer-Vanotti erwartet, dass Frauen zunehmend die technischen Fachrichtungen erobern: "Kein Unternehmen kommt ohne ihre Kompetenz und Motivation aus. Wir bei E.ON haben dies längst erkannt. Wir schaffen ein Umfeld, in dem alle Mitarbeiter – Frauen wie Männer – sich so entwickeln können, wie es ihren Bedürfnissen und ihrer individuellen Lebensplanung entspricht."